Das Land

Die Republik Guinea liegt, relativ unbeachtet vom Rest der Welt, in Westafrika. Es wird an der linken Seite von dem etwas bekannterem Senegal, und rechts von dem Land mit dem einprägsamen Namen Elfenbeinküste berührt. Auch im Internet findet man nicht besonders viel Informationen über das Land.

Alles geschriebene Wort kann aber auch nicht das ersetzen, was man erlebt, sobald man dort ankommt. Alle sagen: "Es ist ein sehr afrikanisches Land". Was meistens wohl heisst, hier fühlt man sich wirklich nicht wie in Europa, Amerika, oder wo man gerade herkommt.

Das wichtigste Merkmal für uns, als Trommler, ist, dass Guinea die Heimat der Djembe ist. Hier kommen die meisten, der weltweit gespielten, Djembe Rhythmen her. Hier werden sie noch in ihrem ursprünglichen Zusammenhang gespielt, aber auch kräftig modifiziert. Hier bringen sie die Menschen so richtig in Bewegung, denn dazu sind sie da.

Guinea das Land Panorama

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  1. http://www.tamana.de/assets/Unterwegs-Coya-old-foto2.jpg
Guinea - Das Land - Übersicht
Die Republik Guinea - Übersicht:
Französisch: République de Guinée Englisch: Republic of Guinea
in Westafrika

Geographische Lage:
11°N - 12°N / 13°W - 17°W

Guinea liegt in Westafrika und grenzt im Nordwesten an Guinea-Bissau, im Norden an den Senegal und Mali, im Osten an Côte d'Ivoire, im Süden an Liberia und im Südwesten an Sierra Leone. Guineas Flüsse versorgen einen Großteil Westafrikas mit Wasser. Der Niger fließt vom südlichen Hochland nach Norden durch Mali, bevor er sich wieder nach Süden wendet (durch Niger, Benin nach Nigeria). Die Küstenebene besteht aus Mangrovensümpfen, während die Fouta-Djalon-Hügel im Landesinneren mehrere Gebirgszüge und Plateaus in Westguinea bilden. Im Nordosten liegen die Sahelzone, die sich bis nach Mali erstreckt. Der Süden ist gebirgig.


Zeitzone:
MEZ - 1h

Fläche:
245.857 qkm

Höchster Punkt:
Mont Nimba 1752 m

Tiefster Punkt:
Atlantischer Ozean: 0 m

Längster Fluß:
Niger 4200 km (Anteil Guinea)

Klima:
Feucht-tropisches Klima mit einer Regenzeit von Mai bis Oktober und Luftfeuchtigkeit annähernd 100%.

Flora und Fauna:
Das Hochland ist mit dichtem Regenwald bedeckt, in dem Edelhölzer wie Teak, Mahagoni und Ebenholz gedeihen. Ansonsten wird die Landschaft durch Savannen-Grasland geprägt. Es kommen die für die Region typischen Tierarten vor: Löwen, Leoparden und Schimpansen, in den Flüssen Flußpferde und Krokodile.

Hauptstadt:
Conakry

Bevölkerung:
9,402.000

Bevölkerungsdichte:
38/qkm

Ethnische Zusammensetzung:
Peuhl 40%, Malinke 30%, Soussou 20%

Religion:
Muslim 85%, Christen 8%, Naturreligionen 6%

Sprache:
Französisch ist Amtssprache; einheimische Sprachen sind u. a. Susu, Mande und Ful.

Politisches System:
Präsidialrepublik seit 1991 (III. Republik). Verfassung von 1991. Das Parlament (114 Mitglieder) wird alle 4 Jahre gewählt. Staatsoberhaupt: Lansana Conté, seit 1984. Regierungschef: Laimine Sidime, seit 1999. Direktwahl des Staatsoberhauptes alle 5 Jahre. Unabhängig seit 1958 (ehemalige französische Kolonie).

Währung:
1 Guinean Franc = ca 10.000GNF (Stand Januar 2011)

Durchschn. Kaufkraft/Jahr:
1.350 EUR

Wirtschaft:
Die Mehrheit der Bevölkerung ist in der Landwirtschaft beschäftigt (72%), Subsistenzwirtschaft herrscht vor. Neben der Landwirtschaft spielt der Bergbau eine große Rolle. Guineas große Bauxitvorkommen entsprechen einem Drittel der weltweiten Ressourcen und erbringen den Großteil der Exporterlöse. Diamanten, Gold und Aluminium werden ebenfalls abgebaut. Darüber hinaus existieren Pläne zum Abbau von Eisenerz und Granit. Dank seiner reichen Bodenschätze kam das Land in den Genuß massiver Entwicklungshilfe aus Ost und West. Guinea hat aus der wachsenden regionalen Zusammenarbeit Vorteile ziehen können; so produziert Kamerun z. B. Aluminium aus guineischem Bauxit. Guinea ist mit Liberia und Sierra Leone Mitglied der Mano River Union und gehört zusammen mit Gambia und Senegal zur Gambia River Basin Development Organisation. Ferner ist Guinea Mitglied der ECOWAS (Wirtschaftsgemeinschaft Westafrikanischer Staaten). Unterstüzt durch den Internationalen Währungsfonds verfolgte das Land eine Liberalisierung der Wirtschaft und führte mehrere Strukturanpassungsprogramme durch. Guineas Hauptabsatzmärkte sind Frankreich und die USA, gefolgt von Belgien, Luxemburg, Spanien und Brasilien als weiteren wichtigen Handelspartnern. Reis, Mais, Hirse, Maniok, Ananas, Bananen, Erdnüsse, Orangen, Kaffee, Palmkerne, Viehzucht. Gewinnung von Bauxit, Eisenerz, Tonerde, Gold, Diamanten. Verarbeitung von Bauxit, Eisenerz, Lebensmittel-, Textil-, chem. Industrie, Möbelherstellung, Zementfabriken.

Exportgüter:
Bananen, Ananas, Kaffee, Palmkerne, Bauxit, Tonerde, Gold, Diamanten.
Landwirtschaft:
24%
Industrie:
31%
Dienstleistung:
45%
Lebenserwartung:
46 Jahre
Analphabetenrate Männer:
45%
Analphabetenrate Frauen:
73%
Information:
http://www.guinee.gov.gn


Das Land Hinter der flachen, sumpfigen Küste steigt das tropisch-feuchtheiße Land nach Nordosten zum Bergland Fouta Djalon (1515 m) der Oberguineaschwelle an. Das Innere nehmen Feuchtsavanne und, im nordöstlichen Grenzgebiet nach Mali zu, Trockensavanne ein.
Die Bevölkerung Die überwiegend islamische Bevölkerung gehort zwei Hauptgruppen an, den Sudaniden und den Fulbe; christliche Minderheiten leben vorwiegend in Städten.
Die Wirtschaft und der Verkehr Die Landwirtschaft liefert Reis, Südfrüchte, Erdnüsse, Hirse, Maniok und Süß-kartoffeln sowie für den Export Kaffee, Obst und Gemüse. Die Viehzucht (vor allem Rinder sowie Ziegen und Schafe) hat in den Bergländern Bedeutung, an der Küste die Fischerei (Thunfische). - Die Bodenschätze machen rund 85% des Ausfuhrwerts aus (besonders Bauxit, Gold und Diamanten). Im Industriegebiet Fria wird Bauxit zu Tonerde verarbeitet. - Das Straßennetz ist unzureichend. Eine Bahnlinie verbindet Conakry mit Kankan im Osten des Landes.
Die Geschichte
Vor der Kolonisation bestand in Guinea ein islamischer Staat der Fulbe im Hochland Fouta Djalon. Ende des 19. Jh. setzten sich die Franzosen in dem Gebiet fest und Guinea wurde Territorium von Französisch-Westafrika. Eine aktive Nationalbewegung erwachte 1952 unter Führung Sekou Toures. 1957 erhielt Guinea Teilautonomie. 1958 wurde es unabhängige Republik unter Präsident Toure. Dieser etablierte ein Terror-system, das auf Repression und Überwachung beruhte. Nach dem Tode Toures 1984 übernahm das Militär unter Führung von L. Conte die Macht. 1990 wurde per Referendum die Einführung einer neuen präsidialen Verfassung gebilligt. Bei Wahlen 1993 wurde Conte im Amt bestätigt. Die Opposition erhob den Vorwurf des Wahlbetrugs. Die 1995 durchgeführten Parlamentswahlen gewann die PUP, die Partei des Präsidenten. Der Aufbau einer demokratischen Zivilgesellschaft kam über Ansätze nicht hinaus. Präsidentschaftswahlen im Dezember 1998 gewann erneut Conte.
Reiseinformation
Nach der Unabhängigkeitserklärung 1958 blieb Guinea lange Zeit isoliert, und erst nach dem Tod des Diktators Sekou Touré im Jahre 1984 öffnete sich das Land allmählich dem Tourismus. Dennoch ist Guinea auch heute noch eines der am wenigsten besuchten Länder Afrikas. Guineas Reiz liegt in seiner unberührten Landschaft mit Bergen und Ebenen, Savannen und Wäldern. Die drei großen Flüsse Westafrikas - der Gambia, der Senegal und der Niger - entspringen hier. Das Fouta-Djalon-Hochland ist bekannt für seine malerischen Hügel, Täler und Wasserfälle; die Region wird hauptsächlich von den muslimischen Fula bewohnt. Im Osten liegen viele historische Städte. Im Süden befindet sich Guinée Forestière, ein mit Regenwald bewachsenes Hochland, das von nicht-islamischen Volksgruppen bewohnt wird. Die Hauptstadt Conakry befindet sich auf der Insel Tumbo und wird durch einen 300 m langen Pier mit der Halbinsel Kaloum verbunden. Die schöne Kathedrale (1930) in der Stadtmitte ist sehenswert. Ganz besonders interessant sind die Kakimbon-Höhlen bei Ratoma, die einen bedeutenden religiösen Stellenwert haben und auch in vielen Legenden eine Rolle spielen. Die Iles de Los, unweit der Halbinsel Kaloum, sind einen Besuch wert und leicht von Conakry aus erreichbar. Le Voile de la Mariée, ca. 150 km von Conakry in der Nähe von Kindia, ist ein malerischer Ort am Fuß eines ca. 70 m hohen Felsens, von dem der Fluß Sabende inmitten üppiger tropischer Vegetation in einen Teich hinabrauscht. In Pita, zwischen Dalaba und Labé, sollte man sich den Kinkon-Wasserfall nicht entgehen lassen, der 150 m in die Tiefe stürzt. In Guinea gibt es keine Nationalparks; die Tierwelt kann am besten in den Savannen im Nordosten, zwischen dem Tinkisso River und der Grenze zu Mali, sowie am Fuße des Fouta-Djalon-Plateaus und in den südöstlichen Landesteilen beobachtet werden.
Verkehrsmittel:
FLUGZEUG: Guinee Airlines (J9) bietet einige Inlandflüge zwischen Conakry, Labe, Kissidougou, Macenta, Siguiri, Boke, Kankan und N'Zerekoré an. BUS/PKW: Die Straßen sind in schlechtem Zustand und werden selten benutzt. Polizeikontrollen sind sehr häufig. Kleinere Straßen sind häufig vom Busch überwachsen. In der Regenzeit (Mai - Oktober) ist die Straßenbenutzung oft unmöglich. Die Straßen zwischen Conakry (über Kindia) und Kissidougou sowie zwischen Boké und Kamsar sind mit Metallplatten belegt, ebenso die Straße nach Freetown (Sierra Leone). Taxis sind vorhanden, Fahrpreise sollten im voraus vereinbart werden. Buschtaxis sind ein populäres Transportmittel.
STADTVERKEHR: Busse und Taxis sind in Conakry preiswert.

Unterkunft:

HOTELS: In Conakry findet man einige teure Hotels mit akzeptablem Komfort, auch in Labé, Kindia und Dalaba gibt es einige Hotels.

PENSIONEN: Gibt es in den meisten größeren Städten.

CAMPING: Zelten ist nicht gestattet.

aus: http://afrika.heimat.eu/Guinea.htm

noch mehr Daten Zahlen fakten
Guinea (frz.: La Guinée [giˈne])

Ein Staat in Westafrika, der an Guinea-Bissau, Senegal, Mali, die Elfenbeinküste, Liberia, Sierra Leone und den Atlantik grenzt. Unabhängigkeit erlangte die ehemalige französische Kolonie am 2. Oktober 1958. Trotz der vorhandenen Bodenschätze lebt der Großteil der Bürger in Armut, diese wurde durch Versuche zur Etablierung des Sozialismus und die Diktatur Sékou Tourés noch verstärkt. Die Hauptstadt von Guinea ist Conakry.
Geographie
Guinea befindet sich in Westafrika. Zwischen 7° und 12° nördlicher Breite und 8° und 15° westlicher Länge. Der Mittel- und Südostteil des Landes befindet sich auf der Oberguineaschwelle. Ein Teil davon ist das bis 1.537 m hohe Bergland von Futa Djalon in der westlichen Mitte des Landes. Der Mont Nimba, im äußersten Südosten des Landes, ist mit 1.752 m der höchste Berg. Das Naturschutzgebiet rund um den Mont Nimba steht seit 1982 auf der Liste des Weltkultur- und Naturerbes der Menschheit der UNESCO.
In Guinea entspringen einige bedeutende westafrikanische Ströme: Gambia, Bafing (ein Quellfluss des Senegal), der Niger und mehrere Nigerzuflüsse. Diese Flüsse bewässern einen großen Teil Westafrikas.
Die Lebensräume variieren vom Regenwald im Hochland bis zum Savannen-Grasland.

Klima
In Guinea herrscht tropisches Klima. An der Küste ist es feuchtheiß mit hohen Niederschlägen, östlich des Fouta Djalon-Plateaus werden die Niederschläge geringer. Der Wind und die Niederschläge sind monsunabhängig. Die Regenzeit liegt zwischen April und November mit tropischen Gewittern und heftigen Stürmen. In den südlichen Regenwaldgebieten beginnt sie meist schon im Februar. Der Höhepunkt der Niederschläge wird im Juli und August erreicht. Von November bis April herrscht Trockenzeit. In dieser Zeit bläst der Harmattan aus der Sahara.
Die Temperaturen in Guinea betragen durchschnittlich 22 °C bis 32 °C, die Höchsttemperaturen liegen zwischen 28 und 35 °C. Im Fouta Djalon-Plateau liegen die Tiefsttemperaturen im Winter bei 6 °C. In der Hauptstadt Conakry an der Atlantikküste herrscht unabhängig von Regen- oder Trockenzeit Tag und Nacht eine fast gleichbleibende Temperatur zwischen 24 und 32 °C, der jährliche Niederschlag in Conakry liegt bei mehr als 4.000 mm. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit (bis zu 98 Prozent) wird das Klima von Besuchern als schwül und sehr ermüdend empfunden. Besonders ungünstig sind die Monate am Beginn und Ende der Regenzeit (Mai/Juni und Oktober/November) mit tropischen Gewittern, orkanartigen Stürmen und Regengüssen.

Bevölkerung
Das Land Guinea hat ca. 9,7 Mio. (2006) Einwohner; etwa 2/3 davon leben auf dem Lande, 1/3 in den Städten.
Altersstruktur:
• 0–14 Jahre: 44,4 %
• 15–64 Jahre: 52,4 %
• 65 Jahre und älter: 3,2 %
Der Altersmedian liegt bei rund 17 Jahren, d. h. die Hälfte der Bevölkerung ist jünger als dieser Wert, die andere Hälfte ist älter. Die Lebenserwartung liegt bei rd. 42 Jahren. Das Bevölkerungswachstum beträgt 2,37 % (2004)
Die drei größten ethnischen Gruppen – unter insgesamt ca. 20 Ethnien – der Fulbe (Felatta) 40 %, Malinke 30 %, Susu 20 % sind größtenteils islamisiert. Die kleineren ethnischen Gruppen – es sind Restgruppen der Ureinwohner – (Kpèlè, Kissi, Toma, Baga) 10 % sind zumeist Anhänger von Naturreligionen.
Außerdem gibt es vor allem in den Städten libanesische Einwanderer, die ersten kamen schon vor mehr als 100 Jahren ins Land; sie beherrschen einen Großteil des Handels und des Hotelgewerbes. Als in den Nachbarländern Sierra Leone und Liberia Bürgerkrieg herrschte kamen aus diesen Ländern zahlreiche Flüchtlinge nach Guinea. Noch heute sind es ca. 40.000 (Stand 2007)[2].
Religion
Die in Guinea vorherrschende Religion ist der sunnitische Islam.
Muslime 90 %, traditionelle Religionen 5 %, Christen 5 %. Die christlichen Minderheiten (meist römisch-katholisch) haben ihre Anhänger in Conakry und in Waldguinea, davon:
• Römisch-Katholische Kirche: 55 %
• Anglikanische Kirche: 11%
• Église néo-apostolique de Guinée (Neuapostolische Kirche): 3.5%
Bildung
In Guinea liegt die Analphabetenquote bei 56 %, die Einschulungsrate im Primarschulbereich bei etwa 50 %, im Sekundärbereich bei 10 % und im Hochschulbereich bei 1 %.
In Guinea gibt es vier Universitäten, drei in der Hauptstadt Conakry und eine in Kankan (mit Außenstelle in Faranah), an denen insgesamt etwa 35.000 Studenten eingeschrieben sind.
Neben der Amtssprache Französisch werden Fulfulde (Peulh, Fula), Malinke und Susu sowie weitere einheimische Sprachen gesprochen. Insgesamt sind 8 offizielle Sprachen anerkannt, 6 davon sind auch Unterrichtssprachen. Die in Waldguinea und auch in Liberia ansässigen Toma verfügen über ein eigenes Schriftsystem.

Geschichte
Um das Jahr 900 wandern aus Nordosten die Mandingue nach Guinea ein. Der Stamm der Soussou ließ sich in Niederguinea nieder, die weniger zahlreichen Malinké siedelten in Oberguinea. Die aus Pygmäenvölkern bestehende Urbevölkerung wurde vertrieben.
1726 entstand im Fouta Djallon, im heutigen Mittelguinea, die Fulbe-Theokratie. Sie endete 1905 mit der Deportation des letzten Königs von Labé, Alpha Yaya, nach Dahomey.
Ab 1850 begannen systematische Kolonisierungsversuche durch Frankreich, die auf zum Teil heftigen Widerstand stießen, vor allem im heutigen Oberguinea unter der Führung von Samory Touré.
1892/1893 wurde das heutige Guinea als Teil Französisch-Westafrikas französische Kolonie.
Am 28. September 1958 entschied Guinea sich in einer Volksabstimmung als einzige französische Kolonie in Afrika für die vollständige Unabhängigkeit. Es folgte die Ausrufung am 2. Oktober 1958 der Ersten Republik mit Sékou Touré als Staatspräsidenten; es kam zum Bruch mit Frankreich.
Im November 1958 nahm Guinea diplomatische Beziehungen zur Bundesrepublik Deutschland auf.
Im November 1970 erfolgten die portugiesische Landung in Guinea und ein Umsturzversuch von Exilguineern, der jedoch scheiterte (so genannte Operação Mar Verde = Operation Grünes Meer). Nach dem Tod Sekou Tourés am 26. März 1984 übernahm am 3. April 1984 der Oberst Lansana Conté die Macht, gestützt auf ein Militärkomitee. Es kam zur Proklamation der 2. Republik.
Nach Ausbruch des Bürgerkriegs 1990 in den Nachbarländern Liberia und Sierra Leone kamen Tausende von Flüchtlingen nach Guinea; zeitweise bis zu 700.000.
Am 19. Dezember 1993 wurde in der ersten demokratischen Präsidentschaftswahl General Lansana Conté als Präsident bestätigt. Es folgte die Ausrufung der 3. Republik im Januar 1994.
In den darauf folgenden Jahren kam es zu Aufständen, die im Februar 1996 mit der Niederschlagung einer Militärrevolte ihren Höhepunkt erreichten.
Am 18. Dezember 1998 wurde Präsident Lansana Conté mit 54 % der abgegebenen Stimmen für weitere fünf Jahre im Amt bestätigt, wobei die Oppositionsparteien allerdings von massivem Wahlbetrug sprechen. Schon tags darauf werden mehrere Oppositionspolitiker verhaftet. Conté ernennt am 8. März 1999 den Präsidenten des Obersten Gerichtshofes, Lamine Sidimé vom „Parti de l'Unité et du Progrès“ (PUP), zum neuen Regierungschef.
Von September 2000 bis März 2001 wehrte Guinea Angriffe sierraleonischer und liberianischer Rebellen auf das guineische Staatsgebiet ab. Infolge des Bürgerkriegs in Sierra Leone hielten sich zeitweise bis zu 500.000 Flüchtlinge aus Liberia und Sierra Leone in Guinea auf. Bei einem Gipfeltreffen der Staatspräsidenten von Guinea, Liberia und Sierra Leone in Rabat im Februar 2002, wurden Wege zur Beilegung des Regionalkonflikts erörtert.
Im November 2001 wurden durch ein umstrittenes Referendum zur Verfassungsänderung u. a. die rechtlichen Voraussetzungen für einen Verbleib von Staatspräsident Lansana Conté im Amt über 2003 hinaus geschaffen.
Im Juni 2002 endeten die von wichtigen Oppositionsparteien boykottierten, nicht demokratisch verlaufenen Parlamentswahlen mit einem klaren Sieg der Präsidentenpartei PUP.
Der politische Stillstand unter Conté zeigte seine Folgen. Nach einem Bericht von Transparency International vom November 2006 ist Guinea das korrupteste Land Afrikas. Horrende Preissteigerungen trieben die Bevölkerung unter Führung der traditionell starken Gewerkschaften allein 2006 in drei größere Generalstreiks. Schien bis dahin jeder auf das natürliche Ende der Regierung des greisen Conté zu warten, welches sich durch seine von Diabetes und übersteigertem Zigarettenkonsum stark angegriffene Gesundheit bereits lange abzeichnete, hatten sich die Gewerkschaften im Generalstreik im Januar und Februar 2007 die Absetzung Contés zum Ziel gesetzt. Proteste wurden von den Sicherheitskräften massiv unterdrückt, wobei mindestens 200 Menschen in den Auseinandersetzungen erschossen wurden. Zwischenzeitlich wurde auch das Kriegsrecht ausgerufen. Mitte Februar schließlich stimmte der Präsident zu, einen Premierminister zu ernennen, mit dem auch die Gewerkschaften einverstanden waren.
Dem von Lansana Kouyaté geführten neuen Kabinett gehörte kein Minister der vorherigen Regierung von Präsident Lansana Conté an. Die Opposition reagierte auf die Ernennung der Regierung vorsichtig optimistisch. Die Gesamtlage blieb jedoch weiterhin angespannt. Für Januar 2008 wurde die Fortsetzung des 2007 unterbrochenen Generalstreikes angekündigt – es wurde wieder gefordert, dass der Präsident Conté zurücktritt, da er entgegen einem im Februar 2007 geschlossenen Abkommen Entscheidungen traf, die nicht in seiner Befugnis lagen.
Kouyaté wurde im Mai 2008 abgesetzt. Im gleichen Monat kam es in Teilen der Armee zu Unruhen, die mit ausstehendem Sold begründet wurden. Mitte Juni 2008 streikte die Polizei, woraufhin das Militär zeitweise den Verkehr in Conakry regelte. Es kam zu Verhaftungen von Polizisten durch die Armee, in Medien war die Rede von toten Polizisten; wenige Tage später traten auch Lehrer und Ärzte in einen Streik. Am 20. Juni 2008 stellte Präsident Conté die Liste des neuen Kabinetts vor. Unter den 34 Ministern und 2 Generalsekretären befanden sich erstmals Vertreter der Opposition.
Am 22. Dezember 2008 starb Guineas Präsident Lansana Conté nach langer Krankheit. Unmittelbar danach verübte das Militär einen Putsch. Der damalige Hauptmann Moussa Dadis Camara erklärte im staatlichen Rundfunk, die Regierung sowie andere Institutionen der Republik seien aufgelöst, die Aktivitäten der Gewerkschaften würden unterbunden und die Verfassung außer Kraft gesetzt; ein „Konsultativrat“ bestehend aus Zivilisten und Armeeangehörigen werde demnächst eingesetzt. Guineas Verfassung sah vor, dass der Parlamentspräsident Aboubacar Somparé die Amtsgeschäfte als Nachfolger vom verstorbenen Präsidenten übernehmen und innerhalb von 60 Tagen Parlamentswahlen organisieren sollte.[3] Am 24. Dezember 2008 wurde ein Nationalrat für Demokratie und Entwicklung gebildet, an dessen Spitze als Staatsoberhaupt Camara steht. Dieser Nationalrat soll Guinea bis zu Neuwahlen regieren.
Am 3. Dezember 2009 wurde Camara bei einem Attentat schwer verletzt. Sein Stellvertreter Sékouba Konaté übernahm die Amtsgeschäfte, womit Camara faktisch entmachtet wurde.[4] Konaté setzte am 19. Januar 2010 den Oppositionspolitiker Jean-Marie Doré als neuen Premierminister ein. Dieser sollte eine Übergangsregierung bilden und freie Wahlen innerhalb von sechs Monaten vorbereiten.[5] Am 27. Juni 2010 wurde die erste Runde der Präsidentenwahlen durchgeführt [6] Der Wahlgang verlief friedlich, und wurde ersten Berichten zufolge als erste demokratische Wahl seit der Unabhängigkeit des Landes eingestuft.[7] Die Stichwahl zwischen dem ehemaligen Premierminister Cellou Dalein Diallo und dem langjährigen Oppositionsführer Alpha Condé wurde allerdings mehrmals verschoben, zuletzt musste der für den 19. September 2010 geplante Wahlgang aus organisatorischen Gründen abgesagt werden.[8] Nachdem die Wahlkommission Guineas den Wahltermin für den 10. Oktober 2010 festgelegt hatte [9], konnten die Wähler erst am 7. November 2010 zu den Urnen gehen.[10] Erst eine Woche nach den Wahlen und weiteren Unruhen in der Hauptstadt Conakry gab die Wahlkommission das Ergebnis bekannt. Alpha Condé gewann mit 52,5 Prozent der Stimmen gegen Diallo.

Politik
Verfassung und Parlament
Nach der Verfassung von 1991 ist Guinea eine Präsidialrepublik. Der Präsident wird nach der letzten Verfassungsänderung vom November 2001 für eine Amtszeit von sieben Jahren (vorher fünf Jahre) direkt vom Volk gewählt. Das aus einer Kammer bestehende Parlament, die Nationalversammlung, setzt sich aus 114 Abgeordneten zusammen.
Wichtigste Parteien sind der Parti de l’Unité et du Progrès (PUP), der Rassemblement du Peuple Guinéen (RPG), der Parti du Renouveau et du Progrès (PRP) und die Union pour la Nouvelle République (UNR).
Nach dem Tod von Präsident Lansana Conte im Dezember 2008 wurde die Verfassung vom Militär ausgesetzt und die Regierung abgelöst.

Menschenrechtslage
Die Verfassung bekennt sich zur Gewaltenteilung und fixiert allgemeine Bürger- und Grundrechte, welche in der Praxis bisher allerdings kaum oder nur in Ansätzen realisiert sind.
Am 28. September 2009 kam es in Conakry zu einem Blutbad durch die Militärregierung.[12] Ungefähr 50.000 Menschen demonstrierten am 28. September 2009 in der Hauptstadt Conakry in einem Stadion gegen die Militärführung des Landes. Sicherheitskräfte schossen nach Augenzeugenberichten auf die Menschen. Bei der brutalen Niederschlagung der Demonstration sind nach Angaben von Menschenrechtsgruppen und örtlichen Krankenhäusern mindestens 157 Menschen ums Leben gekommen. Des Weiteren kam es im Laufe des Tages zu Massenvergewaltigungen an mindestens 100 Frauen durch Soldaten.
Am 22. Februar 2010 berichtete die ARD in der Sendung Fakt über unvorstellbare Grausamkeiten in Guinea. Die Gräueltaten würden auch von Regierungssoldaten begangen, die in Deutschland bei der Bundeswehr ausgebildet wurden. Nach Angaben von Fakt werden zum jetzigen Zeitpunkt immer noch Offiziere für die Armee von Guinea in Deutschland ausgebildet.

Verwaltung
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Regionen Guineas
Guinea ist in acht Regionen und diese in 33 Präfekturen und die Sonderzone Conakry eingeteilt. Guinea gliedert sich zudem inoffiziell in vier geographisch definierte, so genannte Supraregionen, 30 Regionen und den Hauptstadtdistrikt. Hierbei besteht eine Unterteilung in die Regionen Niederguinea, Oberguinea, Fouta Djalon (Mittelguinea) und Waldguinea. Die Präfekturen sind:
Beyla, Boffa, Boké, Coyah, Dabola, Dalaba, Dinguiraye, Dubréka, Faranah, Forécariah, Fria, Gaoual, Guéckédou, Kankan, Kérouané, Kindia, Kissidougou, Koubia, Koundara, Kouroussa, Labé, Lélouma, Lola, Macenta, Mali, Mamou, Mandiana, Nzérékoré, Pita, Siguiri, Télimélé, Tougué und Yomou.
Städte
Die größten Städte sind (Stand 1. Januar 2005):
• Conakry 1.871.185 Einwohner
• Nzérékoré 132.842 Einwohner
• Kindia 117.095 Einwohner
• Kankan 114.103 Einwohner

Wirtschaft
Allgemeines
Die Wirtschaft Guineas ist noch heute durch die Misswirtschaft von Touré, die bis in die 1980er andauerte, geschädigt. Sie führte zum völligen Erliegen der Infrastruktur, außerdem waren die meisten Betriebe in Staatsbesitz. 1984 wurde damit begonnen, ein marktorientiertes Wechselkurssystem zu errichten und sämtliche Staatsbetriebe entweder zu privatisieren oder aufzulösen. Ab 2000 jedoch begann die Regierung weitere Reformen zu unterbinden, was vor allem einen Anstieg der Korruption zur Folge hatte. Das Wirtschaftswachstum lag 2005 bei 3,3% und sank von 2,2% im Jahr 2006 auf 1,5% im Jahr 2007. Im gleichen Zeitraum konnte die Inflation von 39,1% (2006) auf 12,5% (2007) gesenkt werden. Das Bruttoinlandsprodukt belief sich im Jahr 2007 auf 4,564 Milliarden USD. Das BIP pro Kopf lag 2006 bei etwa 465 USD. Guineas Außenverschuldung lag 2007 bei 2,7 Milliarden USD.

Staatshaushalt
Der Staatshaushalt umfasste 2009 Ausgaben von umgerechnet 703,4 Mio. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 632,6 Mio. US-Dollar gegenüber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 1,6 % des BIP.[17]
2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:
• Gesundheit: 5,8 %
• Bildung: 1,6 % (2005)
• Militär: 1,7 %

Verkehrswesen
95 % des Personen- und Warentransports findet auf der Straße statt. Die anderen Verkehrsträger spielen also nur eine untergeordnete Rolle.

Straßennetz
Das Wegenetz in Guinea umfasst knapp 20.000 km. Nur etwa 10 % davon sind asphaltiert. Nicht alle Siedlungen sind mit Motorfahrzeugen erreichbar. Eine staatliche Quelle aus dem Jahr 2001 gibt eine Gesamtlänge der Straßen mit rund 35.000 km an, davon sollen knapp 10.000 km geteert sein.

Eisenbahn
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden mehrere Bahnlinien zur Erschließung des Landes geplant und gebaut. Hauptstück war die so genannte Niger-Bahn, die auf einer mehr als 600 km langen Strecke Conakry mit Kankan verband. Von dort bestand eine Schiffsverbindung nach Bamako. Heute ist der Bahnverkehr fast vollständig eingestellt. Die Linie wird nur noch für Treibstofftransporte bis Mamou verwendet.
Mit dem Bau der Trans-Guinea-Bahn soll der Transport von Eisenerzen von den Lagerstätten im Süden des Landes zu einem (ebenfalls noch zu bauenden) Überseehafen ermöglicht werden. Der Bau der mehr als 1000 km langen Strecke sollte im Jahr 2007 beginnen. Es wird eine Bauzeit von 6–7 Jahren veranschlagt. Die Kosten werden auf bis zu 3 Milliarden US-Dollar geschätzt.

Schifffahrt
Der Seehafen von Conakry besitzt einen Containerumschlagplatz, eine Anlegestelle für Erdöltanker und eine Verladestelle für die mineralischen Rohstoffe. In Kamsar gibt es einen weiteren Hafen für die Verschiffung von Bauxit.
Warenaustausch auf dem Wasserwege ist mit dem Nachbarland Mali nur etwa 4 Monate lang pro Jahr möglich, die Boote fahren auf dem Niger ab Kouroussa und auf dem Milo ab Kankan. Exportiert werden auf diese Weise jährlich rund 500 t (Getreide, Nüsse, Palmöl, Orangen, Erbsen). Die Importe aus Mali betragen etwa 1000 t jährlich (Datteln, Mais, Hirse, frische Zwiebeln, Erdnüsse, geräucherter Fisch, handwerkliche Produkte).

Luftverkehr
Guinea besitzt 15 Flugplätze, vier weitere werden von den Bergbaugesellschaften betrieben. Die größte Bedeutung hat der internationale Flughafen Conakry, von den anderen Flugplätzen gehen nur Inlandsflüge aus. In den Jahren 1994 bis 1998 wurden im Flughafen Conakry im Jahresdurchschnitt jeweils 250.000 Flugpassagiere gezählt. Die benachbarten Flughäfen Dakar und Abidjan hatten jeweils ein vierfach größeres Passagieraufkommen. Die Luftfracht betrug im gleichen Zeitraum in Conakry durchschnittlich 4.700 t pro Jahr. Im Inlandsflugverkehr sank die Zahl der Passagiere im Jahr 1998 auf 12.500 Passagiere (nach einem Durchschnitt von 25.000 Passagieren in den Vorjahren).

Kultur
Musik
Unter der Regierung von Sekou Touré wurde vor allem die traditionelle Musik gefördert und ist auch heute noch sehr populär. Die bekanntesten Tanzgruppen sind das Ballet Africain und das Ballet Djoliba, die beide auch in Europa auftreten. Nur weibliche Mitglieder (Musikerinnen und Tänzerinnen) hat die Gruppe Les Amazones de Guinée.

Nationalflagge
Die Nationalfarben Guineas wurden nach dem Vorbild Frankreich als Trikolore angeordnet: Rot symbolisiert die Opfer, die das Volk in seinem Kampf für die Freiheit gebracht hat, Gelb stellt die Sonne und die Bodenschätze dar, Grün erinnert an die üppige Vegetation des Landes.
Feiertage
  • Staatliche Feiertage:
    • Neujahr: 1. Januar
    • Nationalfeiertag, Tag der 2. Republik: 3. April
    • Tag der Arbeit: 1. Mai
    • Tag der Befreiung des afrikanischen Kontinents: 25. Mai
    • Nationalfeiertag, Tag der Unabhängigkeit: 2. Oktober
  • Christliche Feiertage:
    • Ostermontag
    • Mariä Himmelfahrt: 15. August
    • Weihnachten: 25. Dezember
  • Islamische Feiertage:
    • Laila Toul Kadr
Tabaski: Fest des Schafopfers
Ramadan: Tag des Fastenbrechens
Mawlid an-Nabi: Geburt des Propheten Mohammed
(Quelle: Le Petit Futé, Band Guinée)
Sport
Fußball ist der beliebteste Sport in Guinea. Trotz fehlender internationaler Erfolge erfreut sich die Nationalmannschaft Guineas, „Le Sylli National“ genannt, großer Beliebtheit. Die bekanntesten Spieler sind Kaba Diawara (früher bei Girondins Bordeaux Olympique Marseille aktiv), Pascal Feindouno (AS Saint-Étienne), Pablo Thiam (ehem. FC Bayern München, VfL Wolfsburg, 1. FC Köln), Ibrahima Yattara und Daouda Jabi von Trabzonspor. Unvergessen ist Titi Camara, früherer Publikumsliebling und Spieler bei Champions-League-Sieger FC Liverpool.
Streitkräfte
Die regulären Streitkräfte Guineas sind etwa 9.700 Mann stark.[19] Dazu kommen 7500 Rekruten eines zweijährigen Wehrdiensts. Trotz des Status als Militärdiktatur sind weder die Größe noch das Budget der Streitkräfte im Vergleich mit anderen Staaten überdurchschnittlich.

Geschichte
Zwischen 1958 und 1984 wurde ein Großteil der Soldaten für Entwicklungsaufgaben im Lande eingesetzt. Pioniere setzten Straßen instand und bauten Brücken, das Militär betrieb Fabriken, die auch für den zivilen Bedarf produzierten. Neben der Armee bestand eine starke, nur mit Handfeuerwaffen ausgerüstete Miliz. Nach dem Tode Sekou Tourés wurde die Miliz in das Heer integriert. 1960 entsandte Guinea ein Bataillon zur Teilnahme an der ONUC-Mission in den Kongo. Die guineische Armee unterstützte in den 1970er Jahren Befreiungsbewegungen in Afrika (ANC, PAIGC) durch Ausbildung, Logistik und direkte Kampfteilnahme. Im Rahmen der ECOMOG-Mission war Guinea nach Nigeria und Ghana der größte Truppensteller, guineische Stabsoffiziere dienten dort in hohen Führungsverwendungen. Seit 2000 erhält Guinea US-Militärhilfe, vor allem bei Ausbildung und Modernisierung der Streitkräfte. Die Europäische Union verhängte 2009 in Folge eines Massakers an Oppositionellen ein Waffenembargo gegen Guinea.

Die Landstreitkräfte
Guinea ist in vier Militärregionen unterteilt - die 1. mit Stab in Kindia; die 2. mit Stab in Labé; die 3. mit Stab in Kankan; die 4. mit Stab in Nzérékoré sowie die Sonderzone Conakry mit Stab in der Alpha-Yaya-Kaserne. Das Heer Guineas ist in acht selbständigen Infanteriebataillonen im Land verteilt, in Conakry sind ein Panzerbataillon, der Stab eines Pionier-Bataillons und eine Artillerie-Abteilung mit Fla-Batterie stationiert, ebenso wie das Stabs-und Sicherstellungsbataillon. Vier Infanteriebataillone verfügen über eine zusätzliche Kommando-Ausbildung, die restlichen sind Infantriebataillone. Die vier Kompanien des Pionier-Bataillons sind den Militärzonen zugeordnet. Das Heer verfügt über Panzer der sowjetischen Typen T-34,T-54 und PT-76, SPz BMP-1, Geschosswerfer BM-27 und Fla-Raketenkomplexe SA-13 Gopher.

Die Luftstreitkräfte
Die 800 Mann starken Luftstreitkräfte des Landes verfügen über MiG 21-Jagdflugzeuge[22] und Flugzeuge zum Absetzen von Fallschirmjägern (An-12 und An-24). Einige Mi-24-Kampfhubschrauber befinden sich ebenso im Bestand, wie ein moderner Eurocopter AS550 C3 Fennec.

Die Marine
Die 400 Mann starke Marine (Armée de Mer) verfügt über Patrouillenboote, Torpedoschnellboote und Landungsschiffe.

Literatur
  • Adama Sow: Chancen und Risiken von NGOs – Die Gewerkschaften in Guinea während der Unruhen 2007. EPU Research Papers, Issue 03/07, Stadtschlaining 2007
• Cord Eberspächer, Gerhard Wiechmann: Systemkonflikt in Afrika. Deutsch-deutsche Auseinandersetzungen im Kalten Krieg am Beispiel Guineas 1969–1972. In: Zeitschrift des Forschungsverbundes SED-Staat, Nr. 23, 2008, S. 30–41.

aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Guinea