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Trommel- und Tanz-Reisen nach Guinea/Westafrika
TAMANA wurde 1992 gegründet, mit dem Ziel, einen Workshop Platz rund um die Djembe zu schaffen, und den Besuchern einen angenehmen und lehrreichen Aufenthalt in Guinea zu ermöglichen. Ein Platz, der die Ausstattung, die Kontakte und eine Organisation bietet, die ein effektives Arbeiten an der Musik und dem Tanz ermöglicht und einen intensiven Austausch mit den Menschen.
Einige weiterführende Gedanken und Meinungen zu Trommel- Tanz- Workshops in Afrika findest du in den folgenden Texten:
Autor: Fränki B. Frank
Warum mit uns nach Guinea ?
Eine Flutwelle von Flyern überschwemmt uns und läßt
uns ratlos in der Situation:
Nach Afrika Trommeln und Tanzen, aber wie und wohin? Die Frage ist berechtigt und nicht leicht zu beantworten. Wir können lediglich versuchen auf den Punkt zu bringen, was das Besondere an unserem Zentrum “TAMANA” ist.
TAMANA ist seit 1993 im Aufbau und hat bis zum Jahre 2000 jedes Jahr zwei Trommel- Tanz-Workshops erlebt. Das Gelände ist für Workshops konzipiert worden und bietet neben 14 Zimmern einen Tanzplatz, zwei Trommelplätze, eine Dachterasse und ein gartenähnliches Gelände für "Begegnungen" und "zum sich Zurückziehen". Das Ganze liegt in Simbaya, einem einigermaßen ruhigen Vorort von Conakry, der Hauptstadt der Republik Guinea.
Guinea ist sicherlich das interessanteste Land, was die Djembe Musik betrifft. Conakry ist so eine Art Brennpunkt für diese Musik.
Wir selbst (Rale und Fränki) sind jedes Jahr hier und haben über die Jahre viel Erfahrung gesammelt und verbürgen uns für einen lehrreichen und vielseitigen Aufenthalt.
Der Unterricht findet auf jeden Fall statt (was nicht unbedingt normal ist). Die Lehrer sind gut und kompetent, das Essen ist lecker, abwechslungsreich und von guter Qualität.
Die Unterbringung ist einfach aber für afrikanische Verhältnisse komfortabel.
Wir sind immer bemüht auch Einblicke in die Kultur, das Leben und in die Musik- und Tanzszene des Landes zu ermöglichen.
Immer kann es zu nichtgeplanten Überraschungen kommen, die so typisch für das Leben in diesem Land sind.
Das ist natürlich nicht immer angenehm - aber immer lehrreich.
Nach Afrika Trommeln und Tanzen, aber wie und wohin? Die Frage ist berechtigt und nicht leicht zu beantworten. Wir können lediglich versuchen auf den Punkt zu bringen, was das Besondere an unserem Zentrum “TAMANA” ist.
TAMANA ist seit 1993 im Aufbau und hat bis zum Jahre 2000 jedes Jahr zwei Trommel- Tanz-Workshops erlebt. Das Gelände ist für Workshops konzipiert worden und bietet neben 14 Zimmern einen Tanzplatz, zwei Trommelplätze, eine Dachterasse und ein gartenähnliches Gelände für "Begegnungen" und "zum sich Zurückziehen". Das Ganze liegt in Simbaya, einem einigermaßen ruhigen Vorort von Conakry, der Hauptstadt der Republik Guinea.
Guinea ist sicherlich das interessanteste Land, was die Djembe Musik betrifft. Conakry ist so eine Art Brennpunkt für diese Musik.
Wir selbst (Rale und Fränki) sind jedes Jahr hier und haben über die Jahre viel Erfahrung gesammelt und verbürgen uns für einen lehrreichen und vielseitigen Aufenthalt.
Der Unterricht findet auf jeden Fall statt (was nicht unbedingt normal ist). Die Lehrer sind gut und kompetent, das Essen ist lecker, abwechslungsreich und von guter Qualität.
Die Unterbringung ist einfach aber für afrikanische Verhältnisse komfortabel.
Wir sind immer bemüht auch Einblicke in die Kultur, das Leben und in die Musik- und Tanzszene des Landes zu ermöglichen.
Immer kann es zu nichtgeplanten Überraschungen kommen, die so typisch für das Leben in diesem Land sind.
Das ist natürlich nicht immer angenehm - aber immer lehrreich.
eine persönliche Einleitung
Ganz persönlich.
Als ich Mitte der achtziger Jahre begann, die Djembe zu "schlagen", begann sich mein Geist mit einer zukünftigen Afrika Reise zu beschäftigen. Das war nicht unbedingt angenehm, denn ich hatte nie diesen Wunsch gespürt - ganz im Gegenteil. Einige Jahre später entschloss ich mich die Angelegenheit hinter mich zu bringen, und reiste für 3 Monate in den Senegal und nach Ghana. Ich wollte schon nach einigen Tagen am liebsten wieder nach Hause, und war schliesslich - nach 3 Monaten - froh, es hinter mich gebracht zu haben. Warum ich es dann trotzdem noch mal versuchte, inzwischen dort einen Workshop Platz mit Haus und allem Drum und Dran stehen habe, und insgesamt (bis jetzt 2010) über 4 Jahre meines Lebens dort verbrachte, ist eine lange Geschichte. Es zeigt aber auf, was uns Nicht-Afrikanern typischerweise begegnet, wenn wir anfangen Afrika und den Afrikanern zu begegnen:
Überraschungen. Das klingt vielversprechend, ist es auch, aber wenn wir genau nachdenken, wissen wir, dass Überraschungen nicht nur angenehm sind.
Für Überraschungen ist typisch, dass sie überraschen.
Sie bringen das, was wir nicht erwartet haben. Das kann sehr spannend sein, sehr aufregend, sehr unterhaltsam, aber auch frustrierend und nervend.
Meine persönliche Erfahrung bei meinen West Afrika Reisen war: Je genauer ich wusste, was ich wollte, desto mehr erlebte ich, dass ich mich anscheinend geirrt hatte. So als ob Kräfte mich beeinflussten, die behaupteten, sie wüssten besser als ich, was ich will, und wie ich es erreiche.
Es war selten einfach, aber fast immer intensiv. Würde mich jemand fragen, ob ich das (den Workshop-Platz zu bauen) nochmal so machen würde, wäre die Antwort nein, aber ich bin froh, dass ich es gemacht habe. Trotz aller "unangenehmen Erfahrungen" hänge ich sehr an dem Workshop Platz "Tamana" und an den Menschen die damit verbunden sind.
Durch die jahrelange Beschäftigung mit den Menschen, und durch die wertvolle Unterstützung von Ousmane Touré, der mir so viel Unverständliches verständlich machte, bin ich inzwischen in der Lage, Menschen, die zum ersten Mal dieser Kultur begegnen, den Einstieg etwas weniger kniffelig zu gestalten.
Fränki B. Frank
Als ich Mitte der achtziger Jahre begann, die Djembe zu "schlagen", begann sich mein Geist mit einer zukünftigen Afrika Reise zu beschäftigen. Das war nicht unbedingt angenehm, denn ich hatte nie diesen Wunsch gespürt - ganz im Gegenteil. Einige Jahre später entschloss ich mich die Angelegenheit hinter mich zu bringen, und reiste für 3 Monate in den Senegal und nach Ghana. Ich wollte schon nach einigen Tagen am liebsten wieder nach Hause, und war schliesslich - nach 3 Monaten - froh, es hinter mich gebracht zu haben. Warum ich es dann trotzdem noch mal versuchte, inzwischen dort einen Workshop Platz mit Haus und allem Drum und Dran stehen habe, und insgesamt (bis jetzt 2010) über 4 Jahre meines Lebens dort verbrachte, ist eine lange Geschichte. Es zeigt aber auf, was uns Nicht-Afrikanern typischerweise begegnet, wenn wir anfangen Afrika und den Afrikanern zu begegnen:
Überraschungen. Das klingt vielversprechend, ist es auch, aber wenn wir genau nachdenken, wissen wir, dass Überraschungen nicht nur angenehm sind.
Für Überraschungen ist typisch, dass sie überraschen.
Sie bringen das, was wir nicht erwartet haben. Das kann sehr spannend sein, sehr aufregend, sehr unterhaltsam, aber auch frustrierend und nervend.
Meine persönliche Erfahrung bei meinen West Afrika Reisen war: Je genauer ich wusste, was ich wollte, desto mehr erlebte ich, dass ich mich anscheinend geirrt hatte. So als ob Kräfte mich beeinflussten, die behaupteten, sie wüssten besser als ich, was ich will, und wie ich es erreiche.
Es war selten einfach, aber fast immer intensiv. Würde mich jemand fragen, ob ich das (den Workshop-Platz zu bauen) nochmal so machen würde, wäre die Antwort nein, aber ich bin froh, dass ich es gemacht habe. Trotz aller "unangenehmen Erfahrungen" hänge ich sehr an dem Workshop Platz "Tamana" und an den Menschen die damit verbunden sind.
Durch die jahrelange Beschäftigung mit den Menschen, und durch die wertvolle Unterstützung von Ousmane Touré, der mir so viel Unverständliches verständlich machte, bin ich inzwischen in der Lage, Menschen, die zum ersten Mal dieser Kultur begegnen, den Einstieg etwas weniger kniffelig zu gestalten.
Fränki B. Frank
über den Sinn von "workshoppen" in Afrika
Über den Sinn von Trommel Workshops in Afrika:
Wir glauben, daß es wichtig ist, einmal in Afrika gewesen zu sein, wenn man sich mit der Musik der Djembe beschäftigt; wahrscheinlich gar nicht so sehr, um neue Rhythmen zu lernen und weiteres Material anzuhäufen, denn dieses Material häuft sich in den letzten Jahren in Büchern und CD´s, und in den Fähigkeiten von “Weissen Lehren” an, die dieses Matreial sogar noch wohlaufbereitet vermitteln können. Wir glauben, daß pures Lernen von Rhythmen usw. besser im zu Hause funktioniert.
Wozu also nach Afrika fliegen, und all diese Unbequemlichkeiten und Kosten in Kauf nehmen ?
Es ist der Kontakt zur Quelle. Zu erleben, wie die Musik dort ins Leben eingebunden ist. Mit welcher Selbstverständlichkeit die Menschen damit umgehen und welche Kraft und Ausdrucksstärke sie entfaltet. Es ist das Erleben des “Ganzen”, was über bloßes “Wissen” hinausgeht, und auch seine Wirkung auf uns nicht verfehlt.
Es ist der Kontakt mit den Menschen, die diese Musik machen, mit ihr leben. Bei ihnen zu sitzen, ihnen zuzuhören, wie sie spielen, wie sie erzählen, sich bewegen und, wenn wir Glück haben, die Musik lebendig werden lassen. Dies gilt auch für die jungen Trommler, denen es noch an Erfahrung fehlt, denn auch sie haben unter Umständen eine Botschaft, nur daß sie nicht so klar formuliert ist, wie in der Tradition, und desshalb auch nicht so offenhörbar ist.
Ob man/frau nun diese Reise auf eigen Faust übernimmt, oder sich der Hilfe von fachkundigen Menschen bedient, ist eine Entscheidung, die vor der Reise getroffen werden muss.
Probleme & Chancen, natürlich
Es gibt bestimmt sehr viele Gründe, warum Menschen nach Afrika wollen, um dort zu trommeln und zu tanzen.
Egal wie klar die Gründe im einzelnen sind, haben sich über die Jahre einige Erfahrungen angesammelt, die dabei helfen können, sich auf das einzustellen, was einem begegnen wird.
Es gibt einige Umstände, die sowohl Probleme bereiten, aber auch sehr hilfreich sein können.
Da ist erstmal das Problem der Verständigung.
Dies betrifft die Sprache, weil in der Regel sowohl Lehrer, als auch Schüler nicht in ihrer jeweiligen Muttersprache miteinander kommunizieren können. Selbst wenn sie in einer gemeinsamen Sprache (Französisch) miteinander reden können, taucht das zweite Problem auf:
Die Betrachtungsweise der Musik, die gelehrt und gelernt werden möchte. Fragen, die für den einen einen Sinn machen, tun dies für den anderen überhaupt nicht. Die Art und Weise, wie Nicht-Afrikaner Musik erleben, kennen und darüber reden unterscheidet sich ganz grundlegend von der, der Afrikaner.
Hier taucht gleich die große Chance auf, die sich durch einen Afrika Besuch ergibt. Wir haben die Gelegenheit Menschen zu begegnen, die mit dieser Musik aufgewachsen sind. Ihr Leben ist mit der Musik verbunden, und und es ist eine Musik, die von ihnen gemacht wurde. Was das bedeutet ist erstmal gar nicht mit aller Konsequnz sichtbar, und es gibt viele Konsequenzen.
Betrachten wir eine Sprache, können wir deutlicher sehen welche Verständigungsprobleme sich ergeben. Es dauert sehr lange bis die Färbung einer Fremdsprache (die wir sprechen) durch unsere eigene Muttersprache verschwindet, und bei den meisten Menschen verschwindet dieser Akzent nie. Diejenigen, bei denen er verschwindet, haben meist lange mit den Menschen gelebt, die diese Sprache als Muttersprache sprechen.
Akzent bedeutet, anders ausgedrückt: “es klingt nie, wie das Original”.
Neben der Färbung gibt es aber noch reichlich andere Phänomene, die zur Verwirrung führen:
die Unübersetzbarkeit von Begriffen
Die Nichtexistenz von Dingen, Prozessen, Ereignissen usw., die dadurch keinerlei Entsprechung in der anderen Sprache haben, und umgekehrt
Die Existenz von Dingen, Prozessen, Ereignissen, die in der anderen Kultur (in unserer) nicht existieren, und somit für uns in ihrer Bedeutung schwer oder gar nicht zu erfassen sind.
Wie wird die Sprache benutzt, um sich zu begegnen, sich zu trennen, sich mitzuteilen, die Höflichkeitsformen einzuhalten, einen Konflikt auszutragen.
Ist ein “Nein” etwas Endgültiges oder die Aufforderung sich mehr ins Zeug zu legen; schau ich jemanden in die Augen oder nicht, wenn ich mit ihm spreche?
Kehren wir zurück zur Musik, wird wahrscheinlich jeder sagen, daß die Problematik wohl anders ist, als bei einer Sprache. Gewiß, aber unter Umständen nicht weniger tragisch , und genauso verwirrend.
Musik in ihrem Zusammenhang; eine Annäherung auf Krücken.
Was heißt das nun genau: “die Musik in ihrem Zusammenhang erleben”?
Erstmal nur, daß die Musik eingebettet ist in das Leben der Menschen, daß sie damit aufwachsen, und sie dazu benutzen, Feste zu feiern, Zeremonien zu begleiten, Lieder zu singen und dazu zu tanzen. (Sie ist für sie so selbstverständlich, wie für uns “Alle meine Entchen” zu singen).
Hier taucht nun ein sehr mächtiger Teufel im Detail auf, der sicherlich schon für viel Verwirrung gesorgt hat. Die Trommler - und auch die anderen Musiker - in Afrika, lernen ihr Handwerk so, wie wir gelernt haben, “alle meine Entchen” zu singen. Ihnen ist meist nicht bewußt, was sie da eigentlich tun — z.B. unter rhythmischen oder musiktheoretischen Gesichtspunkten. Sie sind meist nicht fähig das, was sie spielen, zu analysieren, zu übertragen, zu zerlegen, oder auf andere Art und Weise intellektuel zu bearbeiten. Was sie sehr wohl können, ist diese Musik mit einer selbstverständlichen Sicherheit , Kraft und Freude zu spielen, und sich dabei mit unglaublicher Virtuosität, Spontanität und Finesse in und mit ihr zu bewegen.
Afrika zeigt seine Stärke darin, daß es die Musik lebendig werden läßt. Kommen aber Nicht-Afrikaner nach Afrika, die die Musik lernen, archivieren, oder verstehen wollen, kommt es zu kuriosen Ergebnissen.
Diejenigen, die lernen, archivieren oder verstehen wollen, benutzen ihre eigenen Systeme, Kategorien, und Methoden, und begehen dabei entscheidende Fehler: Sie fassen zusammen, was nicht zusammen gehört, sie ordnen, was nicht geordnet werden will, sie glätten, was in der Rauheit seinen Reiz entfaltet, sie suchen hinten und vorne bei etwas, was eher einem Kreis entspricht und sagen dann: “so ist es”, anstatt zu sagen: “so hab ich es betrachtet”.
Alle diese Annäherungsversuche haben ihren Sinn, gerade darin, daß sie Brücken zu etwas Unbekanntem schlagen. Diese Brücken sind sehr wichtig damit wir uns überhaupt annähern können. Aber lasst uns nicht vergessen, daß diese Brücken oft Krücken sind, eine Annäherung an etwas und nicht das Etwas höchspersönlich.
Es ist ein großer Unterschied, ob wir das Tanzen und das Trommeln, zubereitet in gut verdaulichen Häppchen vorgesetzt bekommen, oder ob wir neben einem Trommler sitzen, der zwar ein sehr guter Musiker ist, aber in keinster Weise begreift, warum wir nicht begreifen. Und die verbreitetste Methode in diesem Falle ist es, so lange zu spielen, bis es ankommt (das kann sehr frustrierend sein !). Dann kommen die nächsten Hürden: wo fängt das an, wie-rum höre ich es richtig, wie ist der Handsatz, wie erzeuge ich eigentlich die verschiedenen Töne, warum ist es bei mir so leise.....?
Jeder, der genug Zeit, Geduld und Offenheit mitbringt, wird sein persönliches Geschenk dafür erhalten; nicht in materieller Form, und auch oft nicht direkt spürbar, aber ein Prozess in uns drinnen kommt in Gang und verändert uns, und ist ganz unvermittelt eines Tages spürbar. Es ist eher so, als ob unser Körper etwas eingeatmet hat, und dann seine Zeit braucht, es in sich reifen zu lassen.
Dann gibt es da noch diesen Begriff der Tradition, nach der sich schon die ersten Trommler, die z.B. nach Guinea kamen, um die heimische Musik zu lernen, die Finger abgeleckt haben. Auch dieser Begriff hat seine Tücken, indem er vortäuscht, als ob es sowas, wie eine universelle Tradition gäbe, und wir deutlich unterscheiden könnten, was traditionell und was modifiziert/modern ist, so, als ob es etwas Richtiges und etwas Falsches gäbe. Hier hilft wieder die Analogie der Sprache, die schon mal weiter oben benutzt wurde, weiter. Eine Sprache ist nur dann eindeutig, wenn sich jemand die Mühe gemacht hat, sie aufzuschreiben - mit allen ihren Besonderheiten, Ausnahmen, Regeln und Spezialitäten - und es zusätzlich noch geschafft hat, von einer gewissen Mehrheit die Zustimmung zu bekommen. Das Absurde daran ist, daß kaum jemand die Sprache so spricht, wie sie niedergeschrieben ist. Jede Region, jedes Dorf hat seinen Dialekt, seinen Akzent, seine Färbung.
Genauso scheint es auch mit der Musiktradition zu sein. Besonders in einer Gesellschaft , die nicht aufschreibt, nicht konserviert. Jedes Dorf hat seine eigene Tradition, die sich auch noch dazu langsam verändert, denn auch hier setzt die nachwachsende Generation, neue Impulse, die sich von denen unterscheidet, die ihnen ihre Eltern mit auf den Weg gegeben haben. Das Seltsame daran ist, daß dies niemand so recht sehen will, und immer wieder, wenn sich Musiker und Tänzer begegnen, ein heftiger Streit ausbrechen kann darüber, was Richtig und was Falsch ist, und erstaunlich wenig Neigung dazu besteht Interesse daran zu zeigen, wie es andere machen.
Für wen geeignet ?
Für jemanden, der sich mit afrikanischer Musik beschäftigt, ist Afrika der einzige Ort, und die einzige Möglichkeit, die Musik in ihrem Zusammenhang zu erleben.
Natürlich nur, wenn wir das für nötig halten. Denn wir können uns auch das von der Afrikanischen Musik nehmen, was wir brauchen, oder bekommen, und uns damit zufrieden geben.
Hilfreich ist es, darüber nachzudenken, was das Ziel eines Afrika-Besuchs sein könnte:
- möglichst viel Zeit mit einem Lehrer/Musiker/Tänzer zu verbringen, um sich “richtig einlassen” zu können,
- oder sich einen möglichst großen Überblick zu verschaffen.
- Oder einen der vielen Kompromisse, die dazwischen möglich sind.
Auf jeden Fall ist die Zeit, die den meisten Besuchern zur Verfügung steht, gerade mal ausreichend sich einen Eindruck zu verschaffen, der aber dennoch sehr eindrücklich ist.
Diese Eindrücke sind sowohl angenehm, als auch unangenehm, und können einen Besucher durchaus kräftig durchschütteln. Sicher ist, daß ein Aufenthalt in Afrika ein besonderes Erlebnis ist, oft ganz anders verläuft, als wir es uns vorstellten oder wünschten (oder dachten es gewünscht zu haben), insgesamt eine nachhaltige Erfahrung ist, und ungeahnte Lern- und Erlebnisprozesse in Gang setzt.
Tips / wenn du schon entschlossen bist
Macht dir keinen Stress mit dem Trommelniveau, das hier herrscht.
Sie sind die Meister,
und wir sind die Schüler.
Wenn wir auch Meister werden wollen, können wir uns entschliessen, ihren Weg zu gehen - hier in Afrika.
Oder wir finden unseren eigenen Weg - oder haben ihn bereits (herzlichen Glückwunsch) und nehmen uns das, was wir am besten gebrauchen können.
Das, was uns unterstützt.
Das, was uns Freude macht.
Das, was uns ausbildet.
Das, was ..........
4 Wochen scheinen viel Zeit zu sein, doch sie gehen schnell vorbei.
Nimm dir Zeit dafür, zu erleben, wo du bist. Flieg nicht darüber hinweg.
Verbring nicht zuviel Zeit damit, Material anzuhäufen (es sei denn du bist genau dazu hergekommen).
Ein Aufnahme-Gerät schafft Raum für das eigene Erleben.
Erlebe, fühle, nimm wahr, was die Musik tut,
und wie unterschiedlich auch hier die Menschen damit umgehen.
Achte auf ihre Körpersprache.
Studiere ihre Strategien.
Versuch das zu lernen, was du nur hier (wo die Musik entstanden ist und auf natürliche Art und Weise in das Leben eingebunden ist) lernen kannst.
und.........
Wir können es nicht jedem recht machen, aber wir wollen und werden uns bemühen.
Wenn irgendwas ist, versuch dir darüber klar zu werden, was es ist, und sprech uns an.
Wenn du Hilfe brauchst, melde dich.
Wenn du dich belästigt fühlst, melde dich (auch wenn es wie eine Lapalie scheint).
Laßt dich nicht überrollen! - oder doch?
Achtet auf deine Sachen, lass nichts herumliegen.
Die Menschen sind weitestgehend besitzlos, und vieles, was herumliegen bleibt, ist zu verführerisch.
Wenn du um Geld angehauen wirst, und die dazu gelieferte Geschichte auch noch so gut ist (ob erfunden oder wahr): du hast immer die Möglichkeit auch nein zu sagen.
Zähl deine Wäschestücke ab. Merk dir, was du abgegeben hast. Kontrolliere möglichst schnell, ob alles zurückgekommen ist.
Einiges ist hier nicht so, wie bei uns zu Hause. Wenn du mit Verhalten konfrontiert wirst, welches dir merkwürdig vorkommt, kannst du trotzdem davon ausgehen, dass es für die Menschen hier “normal” ist (es gibt natürlich Ausnahmen).
Kultureller Austausch oder was?
Puh! Da hab ich mir ja ein Thema hingesetzt. Da muss ich mal kräftig nachdenken und sammeln.........
Auf jeden Fall. Klar. Aber.
Austausch heisst ich gebe etwas und ich bekomme Etwas. Inwieweit der Austausch ein kultureller ist?
Vielleicht kann mir mal jemand helfen?
In erster Linie begegnen sich Menschen. Menschen, die verschieden aufgewachsen sind; die verschiedene Gewohnheiten, Interessen und Prinzipien haben und leben. Wir lernen voneinander und frustrieren einander. Wir verstehen einander und tun es nicht.
Wir bekommen etwas und wir verändern uns. Aber tun wir das nicht immer?
Wo liegen die Grenzen?
Immer da, wo wir noch nicht hingehen wollen oder können.
So! Aber mal im Ernst (das wird hier immer mehr zur Klatschspalte).
Unsere Einstellung zu Afrika ist gefärbt von Vorurteilen. Das Spektrum reicht von "primitiv" über "Nigger" über "Mysterium und Abenteuer" bis hin zur "Wiege der Menschheit".
Je mehr wir unsere Färbung mitnehmen und daran feshalten, desto mehr werden unsere Erlebnisse auch damit gefärbt sein.
Einige Methode, diese Färbung etwas abzuschwächen:
- nicht alles, was ich sehe, höre, wahrnehme ist die Wahrheit.
- nicht alles was, mir jemand erzählt ist die Wahrheit.
- finde ich eine gesunde Balance zwischen Euphorie und Frustration
- manches, was ich miterlebe, findet aus ganz anderen Gründen, als ich denke, so statt.
- zu romantisch?
- zu kritisch?
- eine Portion Humor gegenüber mir selber ist hilfreich
4 Wochen sind verdammt kurz — aber auch ganz schön lang.
Der Name Tamana leitet sich übrigens von TamTam (Trommel, Getrommel?) und
Manna = die Götterspeise ab. Also: Trommelmusik, die Götterspeise Afrikas.