Herzlich willkommen!

Wir organisieren Trommel Workshop-Reisen in die Republik Guinea / West-Afrika seit 1993.
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14. Jan - 11. Feb 2018

Der nächste reguläre Reisetermin: (jeweils An- und Abreise)

Ausserhalb der Workshop-Zeiten

steht unser Platz ebenfalls zum Wohnen Arbeiten und für "halb-organisierte" Trommel-, Tanz- Aktivitäten zur Verfügung.

Warum gerade mit uns eine Trommel-Reise nach Afrika unternehmen?

  • TAMANA (unser Trommel Workshop Zentrum) wurde mit dem Ziel gebaut, einen Platz rund um das Spielen und das Erlernen der Djembe-Musik zu schaffen, und den Besuchern einen gut organisierten und lehrreichen Aufenthalt in Guinea zu ermöglichen.
  • Wir haben die Kontakte und eine Organisation, die ein effektives Arbeiten an der Musik und dem Tanz ermöglicht, und einen intensiven Austausch mit den Menschen.
  • Guinea ist sicherlich - neben Mali - das interessanteste Land, was die Djembe-Musik betrifft. Conakry ist so eine Art Brennpunkt für diese Musik.
  • Die Lehrer sind gut und kompetent.
  • Das Essen ist lecker, abwechslungsreich und von guter Qualität.
  • Die Unterbringung ist einfach aber für afrikanische Verhältnisse komfortabel.
  • Wir arbeiten immer daran Einblicke in die Kultur, das Leben die Sprache(n) und in die Musik- und Tanzszene des Landes zu ermöglichen.
  • Das ist nicht immer angenehm - aber immer lehrreich.
TAMANA wurde 1992 gegründet und hat seither über 100 Wochen Trommel- Tanz-Workshops erlebt (nächster Termin).
  • Das Ganze liegt in Simbaya, einem einigermaßen ruhigen Vorort von Conakry, der Hauptstadt der Republik Guinea.
  • Wir selbst (Rale und Fränki) waren über eine lange Zeit jedes Jahr hier und haben dabei viel-viel Erfahrung gesammelt. Das gibt uns die Überzeugung, einen lehrreichen und vielseitigen Aufenthalt zu versprechen.
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Über den Sinn von Trommel Workshops in Afrika.


Wir glauben, dass es wichtig ist, einmal in Afrika gewesen zu sein, wenn man sich mit der Musik der Djembe beschäftigt. Wahrscheinlich gar nicht so sehr, um neue Rhythmen zu lernen und weiteres Material anzuhäufen. Dieses Material häuft sich in den letzten Jahren in Büchern und CD´s, und in den Fähigkeiten von “Weissen Lehren” an, die dieses Material auch noch wohlaufbereitet vermitteln können. Pures Lernen von Rhythmen usw. funktioniert effektiver zu Hause.

Wozu also nach Afrika fliegen, und all diese Unbequemlichkeiten und Kosten in Kauf nehmen?

Es ist der Kontakt zur Quelle. Zu erleben, wie die Musik dort ins Leben eingebunden ist. Mit welcher Selbstverständlichkeit die Menschen damit umgehen und welche Kraft und Ausdrucksstärke sie entfaltet.
Es ist das Erleben des “Ganzen”, was über bloßes “Wissen” hinausgeht.
Es ist der Kontakt mit den Menschen, die diese Musik machen - mit ihr leben. Bei ihnen zu sitzen, ihnen zuzuhören, wie sie spielen, wie sie erzählen, sich bewegen und, wenn wir Glück haben, die Musik lebendig werden lassen. Dies gilt auch für die jungen Trommler, denen es noch an Erfahrung fehlt, denn auch sie haben unter Umständen eine Botschaft, nur dass sie nicht so klar formuliert ist, wie in der Spielweise der "Alten", und deshalb auch nicht so "offenhörbar" ist.

Ob man/frau nun diese Reise auf eigene Faust übernimmt, oder sich der Hilfe von fachkundigen Menschen bedient, ist eine Entscheidung, die vor der Reise getroffen werden muss. Für den zweiten Fall sind wir die richtigen fachkundigen Menschen.
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Eine ganz persönliche Einleitung.
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Als ich (Fränki B. Frank) Mitte der achtziger Jahre begann, die Djembe zu "schlagen", begann sich mein Geist mit einer zukünftigen Afrika Reise zu beschäftigen. Das war nicht unbedingt angenehm, denn ich hatte nie diesen Wunsch gespürt - ganz im Gegenteil. Einige Jahre später entschloss ich mich die Angelegenheit hinter mich zu bringen, und reiste für 3 Monate in den Senegal und nach Ghana. Ich wollte schon nach einigen Tagen am liebsten wieder nach Hause, und war schliesslich - nach 3 Monaten - froh, es hinter mich gebracht zu haben. Warum ich es dann trotzdem noch mal versuchte, inzwischen dort einen Workshop Platz mit Haus und allem Drum und Dran stehen habe, und insgesamt (bis jetzt 2015) über 4 Jahre meines Lebens dort verbrachte, ist eine lange Geschichte. Es zeigt aber auf, was uns Nicht-Afrikanern typischerweise begegnet, wenn wir anfangen Afrika und den Afrikanern zu begegnen:

Überraschungen. Das klingt vielversprechend, ist es auch, aber wenn wir genau nachdenken, wissen wir, dass Überraschungen nicht nur angenehm sind.
Für Überraschungen ist typisch, dass sie überraschen.
Sie bringen das, was wir nicht erwartet haben. Das kann sehr spannend sein, sehr aufregend, sehr unterhaltsam, aber auch frustrierend und nervend.

Meine persönliche Erfahrung bei meinen West Afrika Reisen war: Je genauer ich wusste, was ich wollte, desto mehr erlebte ich, dass ich mich anscheinend geirrt hatte. So, als ob Kräfte mich beeinflussten, die behaupteten, sie wüssten besser als ich, was ich will, und wie es zu erreichen ist.

Es war selten einfach, aber fast immer intensiv. Würde mich jemand fragen, ob ich das (den Workshop-Platz zu bauen) noch einmal machen würde, wäre die Antwort nein, aber ich bin froh, dass ich es gemacht habe. Trotz aller "unangenehmen Erfahrungen" hänge ich sehr an dem Workshop Platz "Tamana" und an den Menschen die damit verbunden sind.
Durch die jahrelange Beschäftigung mit den Menschen, und durch die wertvolle Unterstützung von Ousmane Touré und inzwischen auch Aly Touré, die mir so viel Unverständliches verständlich machen, bin ich inzwischen in der Lage, Menschen, die zum ersten Mal dieser Kultur begegnen, den Einstieg etwas weniger kniffelig zu gestalten.

Fränki B. Frank
Für wen geeignet?
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Für jemanden, der sich mit afrikanischer Musik beschäftigt, ist Afrika der einzige Ort, und die einzige Möglichkeit, die Musik in ihrem Zusammenhang zu erleben.

Nötig ist es allerdings nicht, dorthin zu reisen, denn wir können uns auch das von der
Afrikanischen Musik nehmen, was wir brauchen, oder bekommen, und uns damit zufrieden geben.

Wenn du reisen willst ist es hilfreich, darüber nachzudenken und nachzufühlen, was das Ziel eines Afrika-Besuchs sein könnte:

- möglichst viel Zeit mit einem Lehrer/Musiker/Tänzer zu verbringen, um sich “richtig einlassen” zu können,
- oder sich einen möglichst großen Überblick zu verschaffen.
- Oder einen der vielen Kompromisse, die dazwischen möglich sind.
- Vielleicht ist es aber aber auch die pure Lust......?

Auf jeden Fall ist die Zeit, die den meisten Besuchern zur Verfügung steht, gerade mal ausreichend sich Eindrücke zu verschaffen, die aber meist sehr eindrücklich sind.

Diese Eindrücke sind sowohl angenehm, als auch unangenehm, und können einen Besucher durchaus kräftig durchschütteln. Sicher ist, das ein Aufenthalt in Afrika ein besonderes Erlebnis ist, oft ganz anders verläuft, als wir es uns vorstellten oder wünschten (oder dachten es gewünscht zu haben); insgesamt eine nachhaltige Erfahrung, die ungeahnte Lern- und Erlebnisprozesse in Gang setzt.
Tips, wenn Du schon entschlossen bist.
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Macht dir keinen Stress mit dem Trommelniveau, das hier herrscht.

Sie sind die Meister,
und wir sind die Schüler.

Wenn wir auch Meister werden wollen, können wir uns entschliessen, ihren Weg zu gehen - hier in Afrika.

Oder wir finden unseren eigenen Weg - oder haben ihn bereits (herzlichen Glückwunsch) und nehmen uns das, was wir am besten gebrauchen können.

Das, was uns unterstützt.
Das, was uns Freude macht.
Das, was uns ausbildet.
Das, was ..........

4 Wochen scheinen viel Zeit zu sein, doch sie gehen schnell vorbei.

Nimm dir Zeit, zu erleben, wo du bist. Flieg nicht darüber hinweg.

Verbring nicht zuviel Zeit damit, Material anzuhäufen (es sei denn du bist genau dazu hergekommen).
Ein Aufnahme-Gerät, das die Informationen speichert, schafft Raum für das eigene Erleben.
Erlebe, fühle, nimm wahr, was die Musik tut,
und wie unterschiedlich auch hier die Menschen damit umgehen.
Achte auf ihre Körpersprache.
Studiere ihre Strategien.
Versuch das zu lernen, was du nur hier (wo die Musik entstanden ist und auf natürliche Art und Weise in das Leben eingebunden ist) lernen kannst.

und.........

Wir (die Organisatoren) können es nicht jedem recht machen, aber wir wollen und werden uns bemühen.

Wenn irgendwas ist, versuch dir darüber klar zu werden, was es ist, und sprech uns an.

Wenn du Hilfe brauchst, melde dich.

Wenn du dich belästigt fühlst, melde dich (auch wenn es wie eine Lapalie scheint).

Lass dich nicht überrollen! - oder doch?

Achte auf deine Sachen, lass nichts herumliegen.

Die Menschen sind weitestgehend besitzlos, und vieles, was herumliegt, ist verführerisch.

Wenn du um Geld angehauen wirst, und die dazu gelieferte Geschichte auch noch so gut ist (ob erfunden oder wahr): du hast immer die Möglichkeit auch "nein" zu sagen.

Zähl deine Wäschestücke ab. Merk dir, was du abgegeben hast. Kontrolliere möglichst schnell, ob alles zurückgekommen ist.

Einiges ist hier nicht so, wie bei uns zu Hause. Wenn du mit Verhalten konfrontiert wirst, welches dir merkwürdig vorkommt, kannst du trotzdem davon ausgehen, dass es für die Menschen hier “normal” ist (es gibt natürlich Ausnahmen).
Kultureller Austausch oder was?
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Auf jeden Fall. Klar. Aber.

Austausch heisst ich gebe Etwas und ich bekomme Etwas. Inwieweit der Austausch ein kultureller ist?
Vielleicht kann mir mal jemand helfen?

In erster Linie begegnen sich Menschen. Menschen, die unterschiedlich aufgewachsen sind und unterschiedlichen Gewohnheiten, Interessen und Prinzipien folgen. Wir lernen voneinander und frustrieren einander. Wir verstehen einander und tun es nicht. Und, wir werden durch die Begegnung verändert, und die Anderen auch.

Wir bekommen etwas, wir geben etwas und wir verändern uns. Aber tun wir das nicht immer?
Gedanken über Begegnung mit einer fremden Kultur.
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Dies ist auch wieder eine sehr subjektiver Beitrag zu dem Thema. Er ist stark gefärbt von meiner Art das Leben zu betrachten, und von den Erlebnissen, die ich im Laufe meiner Jahre in Afrika hatte. Dieser Beitrag ist mir sehr wichtig - trotzdem kannst Du das gerne anders sehen - weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass viele Schwierigkeiten leichter zu nehmen sind, wenn unsere Betrachtungsweise flexibel ist.

Es macht einen gewaltigen Unterschied, wenn wir versuchen in eine Kultur einzutauchen, statt sie von außen zu betrachten. Die Begegnung mit Menschen fremder Kulturen hat uns u.a. zwei Klischees beschert.

Die Exotik.

Sie beflügelt uns, läßt uns schweben, abheben und nimmt uns mit in eine Welt, die unsere Phantasie anregt. Die Exotik ist, neben dem Erholungswert, wahrscheinlich der Hauptmotor der Tourismusbranche. (Ich gebe zu, dass ich selbst, bei der Gestaltung dieser Webseiten, darauf zurückgegriffen habe). Warum das so ist, sprengt sicherlich den Rahmen dieser Seite.

Was für meine Betrachtung entscheidend ist:
Das Erleben der Exotik wird sehr stark beeinflusst von unserer Haltung, unseren Erwartungen und unserer Genussbereitschaft. Fragen, die das “profane Leben” betreffen, sollten vermieden werden, vor allem dort, wo Menschen am Rande des Existenzminimums leben.

Das Bewusstsein, das Exotik haben will, sucht sich ganz gezielt Stücke der “Realität” die in das gewünschte Bild hineinpassen, und klammert den Rest irgendwie aus.

Ich glaube, dass wir das Recht haben, dies zu tun, weil es Freude bereitet und direkt niemandem schadet.

Den Rassismus.

Er ist mindestens genauso komplex und unüberschaubar, wie die Exotik, wirft aber einen Haufen moralischer, rechtlicher und menschlicher Fragen auf. Für mich ist entscheidend, das er abgrenzend und intolerant ist. Rassismus ist nicht darauf angelegt zu lernen, sondern basiert darauf, dass der eigene Standpunkt der richtige ist.

Bei meinen Aufenthalten in Afrika hatte ich viele Höhen und Tiefen. Ich bin vielen Schwierigkeiten begegnet und hab immer wieder Überraschungen erlebt. Dauernd gerät das durcheinander, was schon klar zu sein scheint. Aber mit der Zeit befinden sich einige Helferlein im Gepäck, die sehr gute Dienste leisten. Dazu zählen:

Sei fair. Finde nebenbei heraus, wie das überhaupt funktioniert.
Finde heraus, was Dir besonders wichtig ist, dann kannst Du deutlicher sehen, warum anderen Menschen etwas wichtig ist; etwas mit dem Du vielleicht nichts anfangen kannst, oder das Du sogar abstossend empfindest.
Mach Dir bewusst dass “normal” als etwas Absolutes nicht existiert. Jeder Mensch, jede Kultur hat sein eigenes “normal”. Und es ist wahrscheinlich, dass andere Menschen sich genauso “normal” fühlen, wie Du, obwohl sie sich ganz anders verhalten.
Versuche eine flexible Balance einzurichten zwischen:

das möchte ich erleben, hier möchte ich eintauchen und,
hier bin ich, so bin ich und das ist auch richtig so.

Mir ist bewusst, dass dies selten einfach ist, aber es kann durchaus spannend sein.
Viel Erfolg.

Fränki B. Frank Berlin, den 19.3.2001
Wo liegen die Grenzen?
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Immer da, wo wir noch nicht hingehen können oder wollen.

So! Aber mal im Ernst (das wird hier immer mehr zur Klatschspalte).

Unsere Einstellung zu Afrika ist gefärbt von Vorurteilen. Das Spektrum reicht von "primitiv" über "Nigger" über "Mysterium und Abenteuer" bis hin zur "Wiege der Menschheit".

Je mehr wir unsere Färbung mitnehmen und daran festhalten, desto mehr werden unsere Erlebnisse auch davon gefärbt sein.
Hier kommen ein paar Ideen, die uns helfen können, diese Färbung etwas abzuschwächen:

- nicht alles, was ich sehe, höre, wahrnehme ist die Wahrheit.
- nicht alles was, mir jemand erzählt ist die Wahrheit.
- finde ich eine gesunde Balance zwischen Euphorie und Frustration?
- manches, was ich miterlebe, findet aus ganz anderen Gründen, als ich denke, so statt.
- bin ich zu romantisch?
- bin ich zu kritisch?
- eine Portion Humor gegenüber mir selber ist hilfreich!

4 Wochen sind verdammt kurz — aber auch ganz schön lang.
Musik in ihrem Zusammenhang - Annäherungsversuche
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Was heißt das nun genau: “die Musik in ihrem Zusammenhang erleben”?
Erstmal nur, dass die Musik eingebettet ist in das Leben der Menschen, dass sie damit aufwachsen, und sie dazu benutzen, Feste zu feiern, Zeremonien zu begleiten, Lieder zu singen und dazu zu tanzen. (Sie ist für sie so selbstverständlich, wie für uns “Alle meine Entchen” zu singen).

Hier taucht nun ein sehr mächtiger Teufel im Detail auf, der sicherlich schon für viel Verwirrung gesorgt hat. Die Trommler - und auch die anderen Musiker - in Afrika, lernen ihr Handwerk so, wie wir gelernt haben, “alle meine Entchen” zu singen. Ihnen ist meist nicht bewusst, was sie da eigentlich tun — z.B. unter rhythmischen oder musiktheoretischen Gesichtspunkten. Sie sind meist nicht fähig das, was sie spielen, zu analysieren, zu übertragen, zu zerlegen, oder auf andere Art und Weise intellektuell zu bearbeiten. Was sie sehr wohl können, ist diese Musik mit einer selbstverständlichen Sicherheit , Kraft und Freude zu spielen, und sich dabei mit unglaublicher Virtuosität, Spontanität und Finesse in und mit ihr zu bewegen.

Afrika zeigt seine Stärke darin, dass es die Musik lebendig werden lässt. Kommen aber Nicht-Afrikaner nach Afrika, die die Musik lernen, archivieren, und verstehen wollen, kommt es zu kuriosen Erscheinungen.
Diejenigen, die lernen, archivieren oder verstehen wollen, benutzen ihre eigenen Systeme, Kategorien, und Methoden, und begehen dabei entscheidende Fehler: Sie fassen zusammen, was nicht zusammen gehört, sie ordnen, was nicht geordnet werden will, sie glätten, was in der Rauheit seinen Reiz entfaltet, sie suchen hinten und vorne bei etwas, was eher einem Kreis entspricht und sagen dann: “so ist es”, anstatt zu sagen: “so hab ich es betrachtet”.

Alle diese Annäherungsversuche haben ihren Sinn. Sie schlagen Brücken zu etwas Unbekanntem. Diese Brücken sind sehr wichtig damit wir uns überhaupt annähern können. Aber lasst uns nicht vergessen, dass diese Brücken oft Krücken sind, eine Annäherung an etwas und nicht das Etwas höchstpersönlich.

Es ist ein großer Unterschied, ob wir das Tanzen und das Trommeln, zubereitet in gut verdaulichen Häppchen vorgesetzt bekommen, oder ob wir neben einem Trommler sitzen, der zwar ein sehr guter Musiker ist, aber in keinster Weise begreift, warum wir nicht begreifen. Und die verbreitetste Methode in diesem Falle ist es, so lange zu spielen, bis es ankommt (das kann sehr frustrierend sein !). Dann kommen die nächsten Hürden: "wo fängt das an?", "wie-rum höre ich es richtig?", "wie ist der Handsatz?", "wie erzeuge ich eigentlich die verschiedenen Töne?", "warum ist es bei mir so leise?", und und und.....

Jeder, der genug Zeit, Geduld und Offenheit mitbringt, wird sein persönliches Geschenk dafür erhalten; nicht in materieller Form, und auch oft nicht direkt spürbar; aber ein Prozess in uns drinnen kommt in Gang und verändert uns, und ist ganz unvermittelt eines Tages spürbar. Es ist eher so, als ob unser Körper etwas eingeatmet hat, und dann seine Zeit braucht, es in sich reifen zu lassen.

Dann gibt es da noch diesen Begriff der Tradition, nach der sich schon die ersten Trommler, die z.B. nach Guinea kamen, um die heimische Musik zu lernen, die Finger abgeleckt haben. Auch dieser Begriff hat seine Tücken, indem er vortäuscht, als ob es so etwas, wie eine universelle Tradition gäbe, und wir deutlich unterscheiden könnten, was traditionell und was modifiziert/modern ist - so, als ob es etwas Richtiges und etwas Falsches gäbe. Hier hilft wieder die Analogie der Sprache, die schon mal weiter oben benutzt wurde, weiter. Eine Sprache ist nur dann eindeutig, wenn sich jemand die Mühe gemacht hat, sie aufzuschreiben - mit allen ihren Besonderheiten, Ausnahmen, Regeln und Spezialitäten - und es zusätzlich noch geschafft hat, von einer gewissen Mehrheit die Zustimmung zu bekommen. Das Absurde daran ist, dass kaum jemand die Sprache so spricht, wie sie niedergeschrieben ist. Jede Region, jedes Dorf hat seinen Dialekt, seinen Akzent, seine Färbung.
Genauso scheint es auch mit der Musiktradition zu sein. Besonders in einer Gesellschaft , die nicht aufschreibt, nicht konserviert. Jedes Dorf hat seine eigene Tradition, die sich auch noch dazu langsam verändert, denn auch hier setzt die nachwachsende Generation, neue Impulse, die sich von denen unterscheidet, die ihnen ihre Eltern mit auf den Weg gegeben haben. Das Seltsame daran ist, dass dies niemand so recht sehen will, und immer wieder, wenn sich Musiker und Tänzer begegnen, ein heftiger Streit ausbrechen kann darüber, was Richtig und was Falsch ist, und erstaunlich wenig Neigung dazu besteht Interesse daran zu zeigen, wie es andere machen.
Was fehlt?
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Bitte sende eine E-Mail an frankibfrank@tamana.de
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Der Name TAMANA leitet sich ab von TamTam (Trommel, Getrommel?) und Manna = die Götterspeise.